Was tun gegen Spielsucht?

Leidet ein Mensch unter der Spielsucht, ist dies ein echtes Leiden, was die Person, doch auch Angehörige und Freunde betrifft. Dabei ist es oft gar nicht so einfach festzustellen, wo die Sucht anfängt und wo sie aufhört. Ebenso spielt das Spielen an sich zwar eine Rolle, ist aber häufig nichts weiter als eine Form der Kompensation oder ein Ausdruck, dass etwas im Argen ist.

Für massiv Betroffene ist jedoch die Hilfe das oberste Gebot. Aber was können Spielsüchtige gegen ihre Sucht unternehmen und welche Anlaufstellen gibt es? Und welche Aufgabe haben die Anbieter von Spielen, damit es erst gar nicht zur Sucht kommt? Dieser Artikel beleuchtet einige der Aspekte.

Wie entsteht Spielsucht?

Rein pragmatisch betrachtet entsteht die Spielsucht, indem das Gehirn verschiedene Stoffe nach einem gewonnenen Spiel ausstößt, die das Belohnungszentrum des Gehirns ansprechen. Das Gefühl ähnelt einem wunderbaren Rausch, der Spieler fühlt sich glücklich und fühlt sich in diesem Augenblick, als könne er nur gewinnen und es mit der ganzen Welt aufnehmen. Die Ausschüttung des Botenstoffs ist ein ganz natürlicher Vorgang, der auch bei völlig gesunden Menschen geschieht: beim Sport, beim Schokoladengenuss, beim Sex.

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Er ähnelt den Substanzen, die auf den Körper während des Drogenkonsums einwirken, wodurch sich der Rauschzustand erklärt. Aber wieso wird nun nicht jeder Mensch spielsüchtig oder erliegt einer anderen Tätigkeit, die den Ausstoß des Botenstoffs zur Folge hat? Das kann mehrere Gründe haben:

Bestehende Probleme – ein überwiegender Teil der Spielsüchtigen hatte bereits vor der Sucht Probleme. Meist sind sie psychischer Natur, können aber sehr breit gefächert sein: Geldsorgen, Probleme auf dem Arbeitsplatz, Depressionen, Einsamkeit, Beziehungssorgen.

Kompensation – spielen ist eine Art der Ablenkung. Suchtgefährdete geben sich dem Spiel hin und tauchen für einige Zeit in diese Welt ab. In der Spielumgebung oder während des Spiels können sie ihre alltäglichen Sorgen vergessen. Je nach Spiel erlangen sie zudem eine Position der Unerreichbarkeit oder Unbesiegbarkeit. Diese Position verschärft die Suchtgefahr, denn solange Gefährdete sich in der Spielumgebung aufhalten, fühlen sie sich abgesichert.

Problemlösung – manche Betroffene suchen in der Spielwelt eine Lösung ihrer echten Probleme. Gerade bei Geldsorgen steht beispielsweise gerne der Wunsch im Vordergrund, mit dem Spielgewinn die Geldprobleme zu beseitigen. Hieraus entsteht eine neue Abhängigkeit, die den Suchtfaktor erhöht. Gleichzeitig entsteht ein gefährlicher Kreislauf, da für den Gewinn Geld eingesetzt werden muss, welches oft nicht da ist.

Aufschrei – besteht eine psychische Erkrankung kann das ausufernde Spielen und die beginnende Sucht auch als reiner Aufschrei betrachtet werden. Betroffene hoffen, dass irgendwer auf sie aufmerksam wird. Viele Kasinogänger hoffen beispielsweise, dass das Personal auf ihr massives Spiel reagiert und sie anspricht. Das Verhalten ist vergleichbar mit Suizidankündigungen oder sinnähnlichen Posts in sozialen Netzwerken oder Chats.
Generell darf bei einer spielsüchtigen Person also nicht allein die Spielsucht betrachtet werden, sondern die Person muss insgesamt begutachtet, hinterfragt und behandelt werden.

Wie lässt sich Betroffenen bei Spielsucht helfen?

Wird die Spielsucht als Sucht im psychologischen Sinne betrachtet, fällt bereits auf, dass mehrere Probleme behandelt werden müssen. Allerdings ist es gar nicht so einfach, einer betroffenen Person zu helfen. Hat sich die Sucht manifestiert, leiden Betroffene sogar unter einer Form des Entzugs, wenn sie nicht wieder in den Genuss der Glückshormone und Botenstoffe kommen.

Das heißt: Der Entzug ist durchaus vergleichbar mit dem eines Alkoholikers oder Rauchers. Und da es sich um eine Sucht und vermutlich zugleich um eine psychische Erkrankung handelt, können Angehörige und Freunde nur einen Anstoß geben, aber nicht selbst helfen. Im Überblick:

  • Bei Minderjährigen – hier haben die Eltern natürlich Handlungsspielraum und sind in der Position, einen Mediziner einzuschalten oder das Kind in eine stationäre Suchtbehandlung zu geben.
  • Eltern sollten vorab jedoch stets therapeutische Stellen aufsuchen und gemeinsam mit dem Kind versuchen, das Problem zu lösen. Der Betroffene muss selbst erkennen, dass er krank ist, anderenfalls hilft keine Therapie.
  • Bei Erwachsenen – hier hilft nur, den Betroffenen immer wieder vorurteilsfrei und ohne Vorwürfe darauf anzusprechen. Handelt es sich um den Partner, der bereits große Geldsummen verspielt hat, kann notfalls hier angesetzt werden.
  • Es hilft, anzubieten, mit zu Beratungsstellen oder zum Therapeuten zu kommen. Aber: Das eigentliche Engagement muss vom Betroffenen ausgehen. Und so hart wie es klingt, kann es notwendig sein, den Betroffenen erst auf dem Boden ankommen zu lassen.

Betroffene – sie müssen sich zuerst eingestehen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Im zweiten Schritt hilft es oft schon, jemand in die Situation einzuweihen und darum zu bitten, mit zu einer Beratung zu kommen.

Was tun die Anbieter?

Vom Gesetzgeber und einigen Fraktionen wird stets gefordert, dass die Anbieter etwas gegen die Spielsucht unternehmen. Dass ihnen diese Aufgabe nicht vollständig auferlegt werden kann, dürfte aufgrund der Hintergründe für die Spielsucht deutlich sein. Immerhin kann der Supermarkt nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass jemand Alkoholiker wurde, weil er dort Bier kaufte. Dennoch unternehmen die Spielanbieter und Online-Casinos einige Schritte:

Eigensperre/Fremdsperre – Spieler können sich in einem Casino – oder landesweit – sperren lassen. Auch online ist eine Sperrung möglich. Bei blackjackspielen.net werden Casinos aufgezeigt, die kostenlose Blackjack Spiele anbieten, aber auch einen gewissen Schutz gegen Spielsucht durch Sperren. Casinos hingegen können aus ihrer Sicht gefährdete oder bereits süchtige Spieler ebenfalls für ihr Haus oder ihre Kette sperren.

Aufklärung – in jedem Casino, egal ob online oder offline, gibt es Informationsmaterialien zur Spielsucht, Rufnummern von Beratungsstellen oder Weiterleitungen zu Infoportalen.

Überwachung – die Mitarbeiter von Casinos sind dazu angehalten, Spieler im Auge zu behalten und notfalls des Raumes zu verweisen. Dies kommt gerade bei exzessiven Spielen oder bei dem Einsatz enormer Geldsummen vor. Im Online-Casino wird in dem Fall der Account gesperrt.

Fazit – helfen, statt Vorwürfe

Die Spielsucht ist, wie jede Sucht, eine Belastung für den Betroffenen und sein gesamtes Umfeld. Doch wer diese Spirale durchbrechen will, kann Betroffenen nur Hilfe anbieten, nicht aber ihnen ihr Verhalten vorwerfen. Betroffene hingegen müssen sich ihr Verhalten selbst eingestehen und einsehen, dass sie Hilfe annehmen müssen. Der erste Schritt kann sein, sich für Onlinespiele oder auch im Casino sperren zu lassen.