Was tun gegen Kleidermotten?

Es gibt zahlreiche Arten von Motten. Es kommt dennoch immer wieder zu Verwechslungen bei den Tieren. In diesem Ratgeber wollen wir auf den Unterschied eingehen, die Schadwirkung von Kleidermotten beschreiben und wie sich die ungebeten Gäste am besten bekämpfen lassen.

Kleidermotten und Lebensmittelmotten unterscheiden sich sowohl in ihrem Vorkommen, als auch in ihrem Aussehen stark voneinander.

Kleidermotten

Die Schadwirkung der Kleidermotte

Bei der Kleidermotte handelt es sich um einen typischen Materialschädling, welcher den exotischen Namen „Tineola bisselliella“ trägt und kräftige Mundwerkzeuge besitzt. Damit zerfrisst der Schädling vor allem Felle. Aber auch andere tierische, keratinhaltige Produkte, welche in Möbeln und Textilien vorkommen, werden von Motten gern als Kaumaterial genutzt.

Doch damit gibt sich die Kleidermotte nicht zufrieden. Sie stürzt sich auch mit Vorliebe auf Jute, Baumwolle und alle zellulosehaltigen Textilfasern, welche einen natürlichen Ursprung haben. Aber auch vollsynthetische Gewebe, sowie Kunst- und Naturseide sind vor den Larven im Kleiderschrank nicht sicher. Und dass, obwohl diese keine synthetischen Fasern verdauen können.

Kunstfasern werden von den Kleidermotten auch nicht als Nahrung, sondern zum Bau verwendet. Die Larven errichten damit ihre Gespinströhren, in denen sie hausen. Doch die Tineola bisselliella richtet nicht nur Fressschäden an. Die Kleidung wird außerdem durch Kokons verunreinigt, welche fest an den Textilien haften.

Was genau ist der Unterschied zwischen Kleider- und Lebensmittelmotten?

Bei der Bezeichnung Lebensmittelmotte handelt es sich um einen Überbegriff, welcher viele andere Mottenarten definiert. Darunter:

  • Kornmotten
  • Mehlmotten
  • Dörrobstmotten

Die Mehlmotte wird auch gern als Küchenmotte bezeichnet. Es gibt jedoch drei wesentliche Unterscheidungsmerkmale der unliebsamen Falter.

Das Aussehen

Kleidermotten weisen eine strohgelbe Farbe auf und sind dabei leicht glänzend. Ihr Schimmer ist silbrig-grau. Ihre Flügel sind nicht durch Flecken oder andere Zeichnungen geprägt. Und damit handelt es sich auch schon um das primäre Unterscheidungsmerkmal, wenn es darum geht Kleidermotten zu erkennen. Die Lebensmittelmotte weist dagegen gleich mehrere Farben auf, wobei man nicht unbedingt von „bunt“ sprechen kann. Ihre Farbtöne sind in der Regel rötlich-braun und mit Strichen und Punkten versehen.

Der Lebensraum

Wenn es darum geht eine Lebensmittel- von einer Kleidermotte zu unterscheiden, gibt auch der Lebensraum Aufschluss. Wie die Bezeichnungen bereits erahnen lassen, fühlen sich Kleidermotten im Kleiderschrank, im Teppich und anderen Textilien zu Hause, während sich Lebensmittelmotten mit Vorliebe auf allem Essbaren tummeln.

Die Schadwirkung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Kleidermotte um einen Materialschädling, den man bekämpfen muss, da er sich gern von Textilien mit einem hohen Wollanteil ernährt. Kleidermotten richten aber nicht nur im Schrank erheblichen Schaden an, auch diverse Bauschäden gehen auf ihr Konto, da Naturdämmstoffe ebenfalls von den Kleidermotten befallen werden. Da die Lebensmittelmotte auf essbare Vorräte spezialisiert ist, gehört sie zur Gruppe der Vorratsschädlinge. Sobald Lebensmittel von den Motten befallen wurden, müssen diese entsorgt werden.

Wie kann man Kleidermotten am besten bekämpfen?

Zunächst müssen die Befallsherde im Haus identifiziert werden. Pheromonfallen können dabei behilflich sein herauszufinden, welche Räume betroffen sind. Sobald der Mottenbefall lokalisiert wurde, muss dieser isoliert werden, indem Türen und Fenster geschlossen bleiben. Das bezieht sich auf alle Räume im Haus oder in der Wohnung.

Jetzt heißt es nur noch:

Kurzes Stoßlüften. Getragene Kleidung sollte abends weggeräumt werden. Der in den Textilien befindliche Schweiß lockt Kleidermotten an, weshalb diese in einem gut verschlossenen Wäschekorb landen sollten. Betroffene Kleidungsstücke sollten vorsorglich entsorgt werden.

Auch wenn es sich vielleicht um die Lieblingsbluse handelt. Dafür sollten stabile und vor allem luftdichte Plastiktüten verwendet werden. Nun heißt es Kleiderschränke leerräumen, mit dem Staubsauger reinigen und den Staubsaugerbeutel ebenso luftdicht verpackt, entsorgen. Ein feuchtes Nachwischen ist nur dann hilfreich, wenn alle Ritzen anschließend mit einem Fön getrocknet werden.

Schlupfwespen können behilflich sein

Alle aus dem Schrank geräumten Kleidungsstücke sollten gewaschen und im Trockner erhitzt werden, um nicht nur die Larven, sondern auch die Eier zu zerstören. Chemische Bekämpfungsmittel können natürlich genutzt werden, um dem Befall entgegenzuwirken. Doch es gibt auch eine natürliche Alternative: Die Schlupfwespe.

Sie gilt als Fressfeind der Kleidermotte und bietet ihre Dienste ohne umweltschädliche Substanzen an. Die Schlupfwespe ist mit einem Legestachel ausgestattet. Damit werden die Motteneier angebohrt. Die Fortpflanzungskette wird dadurch unterbrochen. Die Behandlung mit Schlupfwespen sollte 12 bis 16 Wochen lang erfolgen, um sicherzustellen dass der Befall vollständig ausgerottet wurde.

Wie kann ich mich vor einem Befall schützen?

Ein optimaler Mottenschutz ist einfach umzusetzen und muss auch nicht viel Geld kosten. Denn es gibt ein paar einfache Tricks, um die unerwünschten Falter fernzuhalten. Zum Beispiel mit günstigen und biologischen Mitteln. Ein typisches Beispiel dafür ist das Lavendelsäckchen, welches einfach in den Kleiderschrank gehängt wird.

Die Kleidermotte kann den Geruch von Lavendel nicht ausstehen und hält sich somit vom Schrank fern. Lavendelsäckchen kann man zwar auch selbst herstellen, jedoch können diese sehr günstig im Internet bestellt oder in der Drogerie gekauft werden.

Zedernholz hält Motten ebenfalls fern

Auch das Zedernholz ist geeignet, um Kleidermotten den Kampf anzusagen. Diese haben den Vorteil, dass der Geruch nicht so extrem ist und die Kleidung kein unerwünschtes Aroma aufnimmt. Damit das Zedernholz länger hält, empfiehlt es sich dieses hin und wieder mit klassischem Schmirgelpapier anzurauen. Anschließend ist der Geruch wieder intensiver und umso unliebsamer für Kleidermotten.

Alternativ bietet sich auch Zedernholz-Öl an. Die bereits erwähnten Pheromonfallen sollten zwischendurch immer mal wieder aufgestellt werden. Auf diese Weise lässt sich kinderleicht überprüfen, ob sich nicht doch schon Kleidermotten eingeschlichen haben.