Ich habe Schulden – Was tun?

Einen Kredit zu bekommen, ist leicht in Deutschland – möglicherweise zu leicht. In der Schweiz gibt es das Bundesgesetz über den Konsumkredit, das nicht nur strenge Formvorschriften für Kreditverträge enthält, sondern auch die Kreditrate auf den pfändbaren Teil des Einkommens begrenzt. Eine Kreditvergabe ist verboten, wenn sie zur Überschuldung führt.

Darauf muss in den Online-Angeboten der Kreditvermittler ausdrücklich hingewiesen werden. Versäumt der Kreditgeber eine sorgfältige Bonitätsprüfung und gibt Kredite trotz erkennbarer Mängel, sind dem Schuldner mindestens Zinsen und Gebühren, bei schweren Versäumnissen sogar die komplette Tilgung erlassen. Das sind strenge Sanktionen, und entsprechend vorsichtig sind die Schweizer Banken.

Ich habe Schulden: Bonitätsprüfung

In Deutschland sieht die Sache anders aus. Zwar sind Kreditgeber grundsätzlich zur Bonitätsprüfung verpflichtet, aber die Vorschriften dienen weniger dem Schutz der Kreditnehmer als vielmehr der Stabilisierung des Bankensystems, das ab 2007 durch faule Kredite in eine bedrohliche Krise geriet.

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Niemand hindert Verbraucher daran, ihr Girokonto zu überziehen, Einkäufe mit der Kreditkarte zu zahlen und gleichzeitig scheinbar attraktive 0-%-Finanzierungen oder Angebote mit Zahlungsaufschub in Anspruch zu nehmen. Auto, TV-Gerät, Küche, sogar Urlaub – das alles gibt es heute bequem „auf Pump“. Kein Wunder, dass Menschen mehr konsumieren, als sie sich leisten können. Wichtig: Bevor man zahlungsunfähig wird!

Ein Haushaltsbuch schafft Überblick

Viele kleine Zahlungsverpflichtungen summieren sich am Monatsende zu einem stattlichen Betrag, der das verfügbare Einkommen übersteigt. Das ist besonders bitter, wenn den kreditfinanzierten Konsumausgaben keine oder nur geringe Sachwerte gegenüberstehen. Raten für den Urlaub zahlt der Reisende noch lange nach der Rückkehr, statt Urlaubsfreude droht Katzenjammer.

Das neueste Smartphone ist bereits überholt, während mit der Mobilfunkrechnung immer noch erhebliche Kaufpreisanteile gezahlt werden. Wichtig ist, sich einen Überblick über die monatlichen Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. Ein Haushaltsbuch ist der erste Schritt – notfalls klassisch auf Papier, besser mit einer App oder in einem Office-Programm auf dem Computer. Darin werden sowohl die monatlichen Fixkosten als auch einmalige Ausgaben festgehalten.

So offenbart sich nicht nur Einsparpotential, sondern es lässt sich klar feststellen, wohin das Geld in der Vergangenheit verschwunden ist. Das Erfassen zukünftiger Posten erlaubt außerdem eine zuverlässige Prognose von Kassenbestand und Kontoständen in der Zukunft. Sieht das Ergebnis so aus, dass die Einnahmen geringer sind als die Ausgaben, hilft es nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Je länger man wartet, desto größer wird das Problem.

Ebenfalls ist es sinnvoll ausreichend Geld zu sparen und sich ein finanzielles Polster für derartige Situationen anzulegen. Interessiert man sich für das Thema Geldanlage, so ist das Portal optionen-boersenbrief.com zu empfehlen. Hier werden einem alle wichtigen Tipps nahegelegt.

Ich habe Schulden – Umschuldung nur mit seriösem Kreditvermittler

Möglicherweise ist ein neuer Kredit die passende Lösung für diese Situation. Das klingt paradox, funktioniert aber in vielen Fällen. Allerdings dürfen mit dem frischen Geld keine neuen Konsumausgaben finanziert werden, sondern es geht darum, Altschulden abzulösen. Das nennt man Umschuldung.

Ziel ist es, die Laufzeit des neuen Kredits so zu strecken, dass die Raten geringer werden und dadurch wieder zum verfügbaren Einkommen passen. Idealerweise verringern sich auch die Zinsen, zum Beispiel weil das Girokonto wieder ins Plus gebracht wird und damit der teure Dispokredit wegfällt.

Das ist aber nicht der Hauptzweck – im Mittelpunkt steht die Reduzierung der monatlichen Belastung als Ausweg aus der Schuldenfalle. Die neue Kreditsumme muss so gewählt sein, dass sie alle bestehenden Verpflichtungen abdeckt – Dispo, Kreditkarte, Ratenkäufe, eventuell bereits bestehende Kurzzeitkredite und dergleichen. Kreditrechner im Internet helfen bei der richtigen Wahl der Laufzeit.

Schuldnerberatung – Vorsicht vor Werbung mit staatlicher Anerkennung

Wer sich die Umschuldung selbst oder mit Hilfe der Hausbank nicht zutraut, sollte einen Termin bei einer Schuldnerberatung machen. Kostenlose Beratungsangebote gibt es beispielsweise bei der Caritas. Wer im Internet nach Hilfe bei Schulden sucht, wird auch auf Anwaltskanzleien und Finanzberater stoßen.

Vorteil ist hier ein schneller Termin ohne Wartezeiten. Aber die Berater verlangen ein nicht unerhebliches Honorar für ihre Tätigkeit. Außerdem sind nicht alle Angebote seriös, warnt www.finanzfaktor.com. Die Bezeichnung Schuldnerberater ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt und nicht an einen Qualifikationsnachweis gebunden. Der Hinweis auf eine staatliche Anerkennung bezieht sich lediglich auf die Berechtigung, eine Bescheinigung nach der Insolvenzordnung auszustellen. Sie ist vor einer Privatinsolvenz erforderlich und dokumentiert einen erfolglosen außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern.

So weit muss es aber nicht kommen. Zwar ist das Verbraucherinsolvenzverfahren eine faire Möglichkeit der Entschuldung, wie sie Unternehmen schon seit langem offensteht. Aber der Weg bis zur Restschuldbefreiung ist lang und steinig.

Mit einer guten Beratung, abzielend auf eine Umschuldung, kann die mindestens drei Jahre, in der Regel sogar sechs Jahre dauernde sogenannte Wohlverhaltensphase vermieden werden. Wohlverhaltensphase bedeutet nämlich nichts anderes, als dass beinahe jedes pfändbare Einkommen an die Gläubiger verteilt wird und der Schuldner vom Existenzminimum leben muss.

Mit einer Schuldnerberatung soll nicht nur die konkrete Bewältigung der aktuellen Schulden erreicht werden. Ziel ist vielmehr die Absicherung der Lebenssituation, zum Beispiel das Vermeiden einer Stromsperre oder sogar von Obdachlosigkeit, sowie eine grundsätzliche Verhaltensänderung in Gelddingen. Deshalb sind in der Schuldnerberatung nicht nur Finanzexperten und Juristen tätig, sondern auch Sozialpädagogen.